Ausbildung mit Hochtour zum Piz Kesch erfolgreich beendet.

Wie jedes Jahr führte die DAV Sektion Bad Waldsee einen Alpin Kurs durch. 8 Kursteilnehmer machten sich am letzten Juni Wochenende auf den Weg  in die Silvretta auf die Wiesbadener Hütte.

Nachdem die Autos am Silvretta Stausee geparkt waren ging es unter der Leitung von Franz und Reinhard Mosch zu Fuß in 2 Stunden zur 2443 m hoch gelegenen Wiesbadener Hütte. Diese sollte für die nächsten 3 Tage das Quartier sein.  Nach dem Beziehen der Schlafquartiere und einer kurzen Pause ging es auch gleich ins Gelände.

Gehen im weglosen Gelände,  Gras- und Mattengelände sowie Gehen in Schnee und Firn standen auf dem Programm.

Als Abschluss des ersten Tages wurde noch die sehr wichtige Ausgleitübung durchgeführt. Hierbei wird ein Sturz in einem Schneefeld simuliert um das darauf folgende Verhalten bzw. das Abfangen zu üben. Dabei sollte man schnellst möglich zum Stehen kommen. Hauptziel des Kurses ist die Begehung und das Verhalten auf Gletschern zu erlernen.

Der zweite Tag war für die Spaltenbergung reserviert. Zunächst wurde das Ganze erst einmal im Trockenen geübt bevor es dann auf den Gletscher ging. Für einige war dies der erste Kontakt mit dem Eis.

Für die Übung wurde ein großer Windkolk ausgesucht. Es wurde nun geübt was zu tun ist wenn der Seilerste in eine Spalte stürzt und wie er geborgen werden kann. Dies wurde mittels der Bergungsform „Lose-Rolle“ erprobt.  Zum Erlernen wie gehe ich am Seil wurde anschließend eine ausgiebige Gletscherwanderung unternommen.

Am Vormittag des 3 Tages war die Ausbildung für das richtige Gehen mit Steigeisen vorgesehen. Im Blankeis des Ochsentaler Gletschers konnte so jeder seine Geschicklichkeit testen. Zum Programm gehörten auch noch das Einsetzen von Sicherungsmitteln, allgemeine Wetterkunde sowie Orientierung in den Bergen, Alpine Gefahren und Tourenplanung.

Den Abschluss der Ausbildung bildete nun an einem weiteren Wochenende eine anspruchsvolle Hochtour. Das Ziel war diesmal der Piz Kesch im Albulagebiet. Mit 3418 m überragt er alle umliegenden Berge und bietet so einen atemberaubenden Ausblick in alle Richtungen.

Vom Albula-Pass aus wurde unter Führung von Franz Mosch und Gerhard Marschall in knapp 2 Stunden die Chamanna d‘ Es-cha erreicht. Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Um 5.00 Uhr ging es im Licht der Stirnlampen los, dies war für die meisten Teilnehmer eine neue Erfahrung.  Rasch gewann man an Höhe und strebte der Porta d‘ Es-cha entgegen. Als erstes markantes Ziel musste sie mit leichter Kletterei erklommen werden. Weiter ging es dann über den Porchabella-Gletscher zum Wandfuß des Piz Kesch.  Von hier wurde über schuttbedeckte Bänder und kleinere Wandabsätze der Gipfel erreicht. Die Aussicht war zwar nicht optimal aber wir hatten doch eine herrliche Sicht auf die Berninagruppe mit Piz Palü, Biancograt, Biz Bernina usw. Im Westen konnte man das Berner Oberland erkennen im Südosten die Ortlergruppe. Womit wir für unsere Anstrengungen doch wunderbar entschädigt wurden. Nach einer ausgiebigen Gipfelrast machte man sich wieder auf den Rückweg.

Mit dieser anspruchsvollen Tour konnte die Ausbildung für alle Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen werden.